Jahrestagung der Geographischen Kommission für Westfalen am 11. und 12. Oktober 2019 in Dortmund

Das neue Dortmund: Stadtentwicklung und ökologische Veränderungsprozesse

Die Exkursionsteilnehmer*innen vor dem Phönix-See in Dortmund (Foto: Rudolf Grothues)

Die Jahrestagung 2019 der Geographischen Kommission für Westfalen fand unter dem Thema "Das neue Dortmund: Stadtentwicklung und ökologische Veränderungsprozesse" am 11. und 12.10.2019 in Dortmund statt. Tagungsort war das Hotel Mercure Central, Olpe 2, in Dortmund. Nach einem kleinen Imbiss am Freitagmittag gingen 37 Mitglieder und Mitarbeiter*innen zum Deutschen Fussballmuseum. Dort wurden sie von Dr. Henry Wahlig, Historiker im Museum, und einem Kollegen begrüßt. In zwei Gruppen wurden sie dann durch die Ausstellung begleitet. Dabei wurden weniger die Exponate angesprochen, sondern eher die Bedeutung, die das Fussballmuseum für Dortmund und die Region besitzt.

Nach der Eröffnung durch Prof. Otto begann das Vortragsprogramm der Tagung mit einem launigen Grußwort des Bürgermeisters Manfred Sauer und einer Begrüßung durch die zuständige Referatsleiterin in der LWL-Kulturabteilung, Dr. Cornelia Bauer.

Der erste inhaltliche Vortrag von Sigrun Späte, stellv. Geschäftsführerin DORTMUNDtourismus, beleuchtete den "Tourismusstandort Dortmund: Imagefaktoren, Fußballmuseum, aktuelle Anforderungen". Unter dem Motto "Dortmund entdecken ..." ging sie auch auf die unterschiedlichen und zahlreichen Facetten der imageprägenden Highlights der Stadt ein. Angefangen vom BVB, über die erfolgreiche Messe bis zum Opernhaus. Ihr folgte Stefan Thabe, Fachbereichsleiter Stadtplanungs- und Bauordnungsamt Dortmund zum Thema "Aktuelle Fragen der Stadtentwicklung von Dortmund – Herausforderungen, Handlungsansätze und Perspektiven". Zunächst ging er auf die Besonderheiten der Region, der Stadt und des Strukturwandels ein und stelle dann einige aktuelle Projekte vor, wie Boulevard Kampstraße, Borsigplatzquartier, Tiny Village, IGA 2027 – Emscher nordwärts und HSP/Smart Rhino. Anschließend entwickelte sich eine anregende Diskussion mit beiden Referenten. Der Tag endete im Hotel mit der Mitgliederversammlung und einem anschließenden gemeinsamen Abendessen.

Der Samstag, 12.10.2019, begann mit einer Busfahrt zum Phönix-West-Gelände (ehem. Hochofenwerk), auf dem sich neben einer Music Hall vor allem Dienstleistungsunternehmen angesiedelt haben. Die Weiterfahrt führte dann zum neu angelegten Phönix-See. Weiterbildung in der Sparkassen-Akademie, gastronomische Betriebe und eine hochwertige Einzelhausbebauung waren hier einige der Stichworte, die Friedrich Schulte Derne, Uni Duisburg-Essen, und Dr. Christian Krajewski, Uni Münster, näher erläuterten.

Am Hochbunker an der Deusener Straße traf die Exkursionsgruppe dann PD Dr. Stefan Harnischmacher, Uni Marburg, der das Thema "Folgen der Bergsenkungen an der mittleren Emscher" veranschaulichte, bspw. an einem auf einer Seite abgesackten Haus und der eingedeichten Emscher, deren Bett immer wieder angehoben worden ist und zu der man aus der Talung regelrecht "hoch" gehen musste.

Karl Jasper, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Industriekulturpflege und Geschichtskultur begrüßte die Gruppe auf der Kokerei Hansa zu einem Mittagessen mit anschließendem Rundgang über das Gelände. Er erläuterte zunächst den Stiftungszweck, die Stifter und die Standorte. 

Auf der Fahrt zum Regenrückhaltebecken in Mengede ging Michaela Bonan, Leiterin der Koordinierungsstelle "nordwärts" auf die Gründung und Geschichte des Projektes ein. Es verfolgt vor allem das Ziel, den Strukturwandel in den nördlichen Stadtbezirken voranzutreiben. Unterschiedlichste Projekte werden dabei entwickelt und in einem Dialogprozess mit der Bevölkerung abgestimmt.

Am Regenrückhaltebecken angekommen, erläuterte Till Kasielke engagiert die spätquartäre Landschaftsentwicklung in der Emscherniederung. Neben der eiszeitlichen Einordnung der Flusssedimente wies er auch auf eine Auswertung von Tierknochenfunden hin, aus denen die Essgewohnheiten von späteisenzeitlichen Bewohnern erschlossen werden kann. 

Den Abschluss der Exkursion bildete dann ein Gang über das HSP-Gelände (Smart Rhino). Auf Vermittlung von Michaela Bonan führte der Geschäftsführer Grundstücks- und Projektentwicklung der Thelen-Gruppe, Dipl.-Geogr. Stefan Christochowitz, durch dieses 45 ha große Areal. Inmitten einer Grün- und Wasserlandschaft und eingebettet in den "Zukunftsgarten" der IGA 2027 entsteht ein neues Stadtquartier, das die Fragestellung "Wie wollen wir morgen leben, wohnen und arbeiten?" zu beantworten versucht. Ein vitaler Lebensraum, der Energie spendet und Natur, Nachhaltigkeit, Technologie und Menschen miteinander verknüpft, so die Werbung.

Download – Tagungsprogramm 2019 (PDF; 3 MB)